Panik sollte weder bei Männern, noch bei Frauen auftreten, wenn sich nach dem Kämmen in Kamm oder Bürste ein paar Haare befinden. Bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren ist völlig normal. Die drei häufigsten Arten von Haarausfall sind:
Hormonell-erblicher Haarausfall (androgenetische Alopezie). Hier ist der Haarausfall genetisch bedingt. Die Ursache hierfür ist das Hormon DHT (Dihydrotestorsteron), welches die Wachstumsphase des Haares verkürzt. Meist beginnt dieser Haarausfall mit den sogeannten Geheimratsecken oder einer Tonsur.
Kreisrunder Haarausfall (Alopezia areata). Hierbei handelt es sich um einen runden, lokal begrenzten, krankhaften Haarausfall. Ca. 1,5 Mio. Menschen deutschlandweit leiden darunter und dieser Haarausfall kann in jedem Lebensjahr auftreten. Es wird vermutet, dass beim kreisrunden Haarausfall die Immunzellen gegen die Zellen der Haarwurzeln angehen.
Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie). Hierbei nimmt die Haardichte im Gesamten ab. Selbst beim Kämmen bleiben viele Haare an Kamm oder Bürste hängen. Dieser Haarausfall tritt öfter bei Frauen, als bei Männern auf. Oft kommt es nach Infekten, bei Mangelerscheinungen, Hormonumstellungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Einnahme von Medikamenten oder bei Stress zu dieser Art von Haarausfall.
Noch bis vor kurzer Zeit gab es kein wirksames Mittel gegen Haarausfall auf dem Markt. Zwischenzeitlich gibt es jedoch verschiedene Substanzen, die gegen die verschiedenen Sorten von Haarausfall Erfolg versprechen.
Gegen den androgenetischen Haarausfall bei Männern gibt es seit 1999
Finasterid (Propecia) als Mediakament. Die Finasteridtablette wird einmal täglich eingenommen. Diese Anwendung sollte über einen Zeitraum von 3- 6 Monaten stattfinden, danach sollte der erste Erfolg sichtbar sein. Selten kommt es bei der Einnahme von Propecia zu Nebenwirkungen wie einer reduzierten Libido, bzw. Potenzstörungen.
Der Steroideabkömmling Finasterid ist ein spezifischer Hemmstoff des Typs II des 5 Alpha-Reduktases, Ein Enzym, welches Androgentestosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. So wirkt Finasterid (Propecia) gegen die weitere Verkleinerung der bestehenden Haar-Follikel.
Der Wirkstoff Finasterid wurde ursprünglich nur bei Prostatavergrößerungen angewandt. Bei dieser Anwendung wurde festgestellt, dass sich das Medikament positiv auf den Haarwuchs auswirkt. Hierauf wurden Studien durchgeführt und der Wirkstoff wurde in geringer Menge (1 mg) unter dem Namen Propecia auf den Markt gebracht. Mit einem regulären, bzw. gratis ausgestellten Rezept, ist dieses Medikament in Apotheken und in Online-Apotheken erhältlich.
Frauen sollten Propecia nicht anwenden, sollte eine Schwangerschaft vorliegen, oder die Frau sich im gebärfähigen Alter befinden, so kann das Medikament Fötenschädigungen hervorrufen. Außerdem ist bei Frauen mit hormonellem Haarausfall noch keine positive Wirkung bei Einnahme von Propecia nachgewiesen worden. Auch Männer, welche sich in der Pubertät befinden, sollten von der Einnahme von Propecia Abstand nehmen, denn Dihydrotestosteron (DHT) spielt bei der Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale eine Rolle.
Propecia verspricht keine Wunder. Bei einer völligen Glatze oder bei den „Geheimratsecken“ können nur schwer Erfolge erzielt werden. Allerdings besteht bei leichtem bis mittelschwerem Haarausfall eine Chance, dass der Haarausfall gestoppt wird.
Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig und reichen von genetischen Vorbedingungen über bestimmte Grunderkrankungen bis hin zu Nebenwirkungen bei der Einnahme von Medikamenten. In vielen Fällen kann jedoch eine gesunde, ausgewogene Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung des Haares leisten.