Die Haartransplantation

Volles und gesundes Haar – das ist der Traum der meisten Menschen. Volles Haar steht für Jugendlichkeit, Schönheit und Vitalität. Beim Blick in den Spiegel stellen jedoch viele fest, dass sich das Haar an bestimmten Stellen des Kopfes langsam lichtet. Bei manchen setzt dieser Prozess früher ein, bei manchen später. Was vielen nicht bewusst ist, auch Frauen sind vermehrt von Haarausfall betroffen. Kreisrunder Haarausfall auf dem Hinterkopf, hohe Geheimratsecken, das alles sind bekannte Probleme bei vielen Menschen. Eine wirksame Methode, um wieder volles Haar zu erhalten, ist eine Haartransplantation.

Bei einer Haartransplantation oder Haarverpflanzung werden auf chirurgischem Wege Haare mitsamt den Wurzeln entfernt und an den kahlen Stellen wieder eingepflanzt. Das klingt im ersten Moment einfach, ist jedoch ein komplizierter Prozess. Die erste Voraussetzung ist, dass ein gesunder Haarkranz noch vorhanden ist. Des Weiteren sollte man sich bewusst sein, dass es sich hierbei nur um eine Haarverpflanzung von einer gesunden, etwas weniger sichtbaren Stelle, an die kahle Stelle handelt. Trotz Haartransplantation wird man nicht mehr das volle Haar eines 16-jährigen erhalten.

FUT und die FUE TEchnik

Bei der Haartransplantation kann man zwischen zwei verschiedenen Techniken unterscheiden. Es gibt die sog. FUT und die FUE Technik.
Bei der FUT – Follicular Unit Transplantation – wird zu Beginn unter Lokalanästhesie ein größerer Hautstreifen entfernt. Oftmals ist die Entnahmestelle im Bereich des unteren Hinterkopfes, so dass die darüber liegenden, etwas längeren Haare, die schmale Narbe nachher überdeckt. Die Größe des Streifens hängt von der benötigten Anzahl von Grafts ab. Ein Graft ist ein Hautzylinder, der ca. 5 Haarwurzeln oder 3 Follicular Units enthält.
Bei der FUE – Follicular Unit Extraction – werden anstatt des Hautstreifens die Haare einzeln mittels einer Kanüle entnommen. Die Vorteile von FUE gegenüber FUT ist, dass es weniger invasiv ist und auch die Haare wesentlich kürzer geschnitten werden können, ohne dass man später Narben sieht. Einer der Nachteile bei FUE ist die erhebliche längere Operationsdauer, so dass evtl. mehrere Sitzungen erforderlich sind, um alle erforderlichen Haare zu verpflanzen.

Im Anschluss an die Entnahme, werden unter einem Mikroskop die Hautstreifen in einzelne Units (Gruppen von Haarwurzeln) zerlegt. Sowohl bei FUT als auch bei FUE sind die nächsten Schritte identisch. Das kahle Gebiet wird vorbereitet und desinfiziert. Mittels Kanülen werden sog. Implantationskanäle eingebracht. In diese Kanäle werden die vorher selektierten und präparierten Transplantate eingepflanzt. Je nach Größe des unbehaarten Areals muss man mit 4 und mehr Stunden an Zeit rechnen.
Risiken gibt es bei beiden Methoden, da Operationen und Anästhesien stets Nebenwirkungen wie z.B. Allergien, Blutungen, usw. mit sich bringen können.

Nach der Transplantation ist Geduld gefragt, denn die transplantierten Haare können in eine sog. Ruhephase verfallen, welche sich über mehrere Monate erstrecken kann. Jedoch stellt sich das Wachstum der „neuen“ Haare in der Regel schon nach wenigen Wochen ein. Zu Beginn kann das Wachstum der Haare noch unregelmäßig sein, jedoch nach spätestens 12 Monaten kann man von einem Endresultat ausgehen.

Wer sich keinem chirurgischen Eingriff unterziehen möchte, dem bieten sich auch andere Alternativen. Eine medikamentöse Behandlung ist nur dann sinnvoll, wenn dem Haarausfall eine Erkrankung zugrunde liegt. Ist der Haarausfall genetisch bedingt, zeigen Medikamente keine Wirkung. Deshalb ist zuvor ein erfahrener Dermatologe zu konsultieren, um die Ursache für den Haarausfall zu diagnostizieren.

Haarersatz aus Kunst- oder Echthaar

Eine weitere Option ist Haarersatz aus Kunst- oder Echthaar. Dies kann in Form von Perücken, Toupets oder eingewebten Haarteilen geschehen. Haarersatz benötigt jedoch eine kostenintensive Pflege durch Fachpersonal. Des Weiteren ist man hier auch in der Frisur eingeschränkt. Einmal abgeschnitten, wachsen bei der Perücke keine Haare mehr nach. Des Weiteren sollte man sich hier nur für hochwertige Qualitätsarbeit entscheiden, die speziell für den eigenen Kopf angefertigt wurde. Auf diese Weise kann man verhindern, dass beim Schwimmen sowie anderen sportlichen Aktivitäten oder bei einem Windstoß das Toupet davon fliegt.
Die dritte Möglichkeit zählt wiederum zu den chirurgischen Eingriffen, die Kunsthaar- oder Echthaarimplantation. Hierbei werden fremde Materialen (Kunsthaar oder Echthaare von fremden Menschen) in die Kopfhaut eingebracht. Da es sich allerdings hierbei nicht um körpereigenes Gewebe handelt, ist die Gefahr von Abstoßung, Entzündungsreaktionen und anderen Komplikationen sehr groß. Aufgrund der Vielzahl der Risiken sollte von dieser Möglichkeit jedoch Abstand genommen werden.

Die Kosten

Wer sich für eine Eigenhaartransplantation entscheidet, sollte sich zuvor über die Kosten als auch die Finanzierung erkundigen, denn in der Regel werden die Kosten hierfür von den Krankenkassen nicht erstattet. Je nach Größe der zu behandelnden Fläche muss man mit folgenden Kosten rechnen: Bei einer kleinen Fläche wie z.B. kleine Geheimratsecken entstehen Kosten von ca. 2000 – 4000 Euro. Bei mittleren Flächen wie z.B. ausgeprägte Geheimratsecken betragen die Kosten ca. 4000 – 6000 Euro, bei großen Flächen wie beim kreisrunden Haarausfall auf dem Hinterkopf ab ca. 8000 Euro.